Das Glühen ist eines der Verfahren der Metallbearbeitung. Je nach Zweck und Anforderungen werden verschiedene Arten angewendet. Die Fähigkeit, die richtige Art auszuwählen, ist entscheidend für das Erreichen der gewünschten Materialeigenschaften.
Was ist das Glühen von Metallen?
Das Glühen ist eine Metallbearbeitung, deren Ziel es ist, die Struktur und die Eigenschaften des Materials zu verändern. Bei diesem Verfahren wird das Material auf eine bestimmte Temperatur erhitzt und anschließend langsam auf Raumtemperatur abgekühlt. Durch diesen Prozess wird das Material weicher und formbarer, was seine weitere Verarbeitung erleichtert.
Am häufigsten wird das Glühen von Stahl durchgeführt, das bei verschiedenen Temperaturen und über unterschiedliche Zeiträume erfolgt. Es wird in vielen Industriebereichen wie der Automobilindustrie, der Luftfahrt, dem Bauwesen oder dem Maschinenbau eingesetzt.
Arten des Glühens
Je nach dem Zweck, für den diese Behandlung eingesetzt wird, und dem gewünschten Ergebnis werden verschiedene Arten des Glühens durchgeführt. Zu den wichtigsten gehören:
- Vollglühen – hierbei wird das Material auf die entsprechende Temperatur erhitzt, geglüht und anschließend langsam abgekühlt. Am Ende wird es der Luft ausgesetzt. Das Vollglühen wird am häufigsten bei der Stahlbearbeitung angewendet;
- Entspannungsglühen – dabei wird das Material auf eine Temperatur unterhalb des kritischen Punktes erhitzt und anschließend langsam abgekühlt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist die sogenannte Auslagerung, also eine langfristige Entspannung. Guss-, Schweiß- und Wärmespannungen werden reduziert. Dieser Prozess kann sogar Jahre dauern, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird.
- Homogenisierungsglühen – bei diesem Prozess wird das Material auf ca. 1200 Grad erhitzt, geglüht und anschließend schnell abgekühlt.
- Rekristallisationsglühen – hierbei wird das Material auf eine Temperatur zwischen dem kritischen Punkt und dem Schmelzpunkt erhitzt und anschließend zusammen mit dem Ofen langsam abgekühlt. Durch diesen Prozess wird das Material plastischer und besser bearbeitbar. Das Rekristallisationsglühen wird am häufigsten bei der Bearbeitung von Aluminium und seinen Legierungen angewendet;
- Weichglühen – in diesem Fall erfolgt zunächst eine Erwärmung und anschließend eine sehr langsame Abkühlung. Dadurch wird die Bearbeitbarkeit des Materials erhöht.
- Normalisierungsglühen – Bei diesem Verfahren wird das Material auf eine Temperatur zwischen dem kritischen Punkt und dem Schmelzpunkt erhitzt und anschließend bei geringem Luftstrom langsam abgekühlt. Durch diesen Prozess wird das Material homogen, feinkörnig und widerstandsfähiger. Das Normalisierungsglühen wird am häufigsten bei der Bearbeitung von unlegiertem Stahl angewendet.
Zusammenfassung
Das Glühen ist ein Metallbearbeitungsverfahren, mit dem die Struktur und die Eigenschaften eines Materials verändert werden können. In der Metallbearbeitung werden je nach Anforderungen und Bearbeitungszweck verschiedene Arten des Glühens eingesetzt. Bei besonders anspruchsvollen Verfahren wie der CNC-Bearbeitung ist die richtige Vorbereitung des Metalls ein entscheidender Faktor. Eine sorgfältig ausgewählte Glühmethode kann die richtigen Parameter gewährleisten und die Qualität des Endprodukts verbessern.



