Die Wahl des richtigen Schweißgases ist entscheidend für die Qualität der Schweißnaht und die Effizienz des Schweißprozesses. Schutzgase dienen als Schutz vor Verunreinigungen aus der Atmosphäre, stabilisieren den Lichtbogen und beeinflussen die Eigenschaften der Schweißnaht. Im Folgenden wird erläutert, welches Schweißgas für die TIG- und MIG/MAG-Verfahren empfohlen wird.
Schweißgase für das WIG-Verfahren
Das WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas) erfordert die Verwendung von Inertgasen, die die Wolframelektrode und die Schweißzone vor Verunreinigungen aus der Luft schützen. Das am häufigsten verwendete Gas beim WIG-Verfahren ist Argon, in bestimmten Fällen werden jedoch auch andere Gase verwendet.
Argon
Argon ist das am häufigsten verwendete Gas für das WIG-Schweißen, da es einen stabilen Lichtbogen und einen guten Schutz vor Verunreinigungen gewährleistet. Argon zum Schweißen ist chemisch inert und reagiert nicht mit Metallen, wodurch es sich ideal zum Schweißen von Aluminium, Edelstahl, Titan und anderen Nichteisenmetallen eignet.
Argon-Helium-Gemische
Die Zugabe von Helium zu Argon erhöht die Temperatur des Lichtbogens, was beim Schweißen von dicken Werkstoffen von Vorteil sein kann. Helium verbessert auch die Eindringtiefe der Schweißnaht und die Schweißgeschwindigkeit. Das typische Mischungsverhältnis beträgt 75 % Argon und 25 % Helium.
Wasserstoff
Wasserstoff kann Argon beim Schweißen von Edelstahl beigemischt werden, um die Eindringtiefe zu erhöhen und das Aussehen der Schweißnaht zu verbessern. Ein typisches Mischungsverhältnis ist 95 % Argon und 5 % Wasserstoff. Es ist jedoch zu beachten, dass Wasserstoff nicht zum Schweißen von Aluminium und anderen porenbildenden Metallen geeignet ist.

Schweißgase für das MIG/MAG-Verfahren
Da wir nun wissen, welches Gas für das WIG-Schweißen am besten geeignet ist, wollen wir uns überlegen, welches Gas für das MIG-Schweißen gewählt werden sollte. Das Schweißen mit dem MIG/MAG-Verfahren (Metal Inert Gas / Metal Active Gas) erfordert je nach Materialart und gewünschten Eigenschaften der Schweißnaht den Einsatz verschiedener Schutzgase. Beim MIG-Verfahren werden inerte Gase verwendet, beim MAG-Verfahren hingegen chemisch aktive Gase. Bei der Metallbearbeitung ist die Wahl des richtigen Gases entscheidend für eine hohe Schweißnahtqualität.
Argon
Argon ist das grundlegende Schutzgas beim MIG-Verfahren, insbesondere beim Schweißen von Aluminium, Kupfer und anderen Nichteisenmetallen. Es sorgt für einen stabilen Lichtbogen und gute Schweißnahteigenschaften.
Argon-Kohlendioxid-Gemische
Argon-Kohlendioxid-Gemische (CO2) werden häufig beim MAG-Verfahren zum Schweißen von Kohlenstoff- und niedriglegierten Stählen verwendet. Das typische Mischungsverhältnis beträgt 80 % Argon und 20 % CO2. CO2 erhöht die Eindringtiefe, kann jedoch zu stärkeren Spritzern und einem weniger stabilen Lichtbogen führen.
Kohlendioxid
Reines Kohlendioxid ist das kostengünstigste Schutzgas und wird häufig beim MAG-Schweißen von Kohlenstoffstählen verwendet. Es sorgt für eine tiefe Eindringtiefe, kann jedoch zu stärkeren Spritzern und einer weniger ästhetischen Schweißnaht führen.
Argon-Sauerstoff-Gemische
Die Zugabe von Sauerstoff zu Argon beim Schweißen von Edelstahl und Kohlenstoffstahl verbessert die Lichtbogenstabilität und die Fließfähigkeit des Schweißbades. Typische Mischungsverhältnisse sind 98 % Argon und 2 % Sauerstoff.
Zusammenfassung
Die Wahl des richtigen Schweißgases hängt von der Schweißmethode und der Art des zu schweißenden Materials ab. Argon ist ein universelles Schutzgas, das sowohl beim WIG- als auch beim MIG-Schweißen verwendet wird, insbesondere beim Schweißen von Nichteisenmetallen. Mischungen aus Argon mit Helium, Wasserstoff oder CO2 ermöglichen es, die Schweißeigenschaften an spezifische Anforderungen anzupassen. Beim MAG-Schweißen, bei dem aktive Gase verwendet werden, sind Mischungen aus Argon und CO2 sowie reines CO2 beliebt. Die Auswahl des richtigen Gases ist für die Qualität und Effizienz des Schweißprozesses von entscheidender Bedeutung. Es ist auch zu beachten, dass bei fortschrittlichen Technologien wie der CNC-Bearbeitung die präzise Anpassung des Schutzgases einen erheblichen Einfluss auf das Endergebnis der Arbeit haben kann.



